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Flugzeugunglück 1939

    Am 29. April 1939 ereignete sich auf der Rauhen Wanne ein schweres Flugzeugunglück mit fünf Toten
und zwei Schwerstverletzten. Ein Kreuz am Eingang erinnert heute noch daran.
Inschrift Kreuz zur Erinnerung an den Flugzeugabsturz
Hier starben am 29.4.1939
Franz Pallmann mit seinen Kameraden
Benz, Dörzbacher, Mäurer und Schäfer
den Fliegertod. Herr+gib Ihnen die ewige Ruh

 

Das Foto zeigt Hans Dörzbacher in seiner Uniform

Hans Dörzbacher kam am 29.04.1939 bei dem Flugzeugunglück auf der Rauhen Wanne bei Bollstadt ums Leben.
Er war verlobt und wollte seine schwangere Braut Marie geb. Meyer (meine Oma)
in Kürze heiraten. Nach den Schilderungen meiner Oma und sogleich meiner Pflegemutter lernte Hans den Beruf des Schlossers in einem Ansbacher Metallbetrieb, er ging nach seiner Lehre zur Luftwaffe als Bordmechaniker und musste als Luftwaffenoffizier nach Reparaturen oder Instandsetzungen der jeweiligen Flugzeuge mitfliegen, um bei einer eventuellen Störung dabei sein zu können.
Er war immer der Meinung, daß die JU 52 auch mit nur zwei Motoren, oder auch noch mit nur einem Motor stets zuverlässig fliegen und landen könnte, falls diese Triebwerke versagen würden.
Leider haben sich diese Hoffnungen für meine Oma nicht erfüllt. Beim Absturz überlebten zwei Kameraden mit Knochenbrüchen und Verbrennungen, indem sie kurz vor dem Absturz in den Wald aus einem Schacht im unteren Bereich der JU sprangen.
Der Tag des Absturzes war ein schwarzer Tag für die ganze Familie, vor allem für Marie, die von Hans ein Kind erwartete. Deren Sohn wurde im Oktober 1939 in Ansbach geboren. Marie wollte nachträglich mit Hans verheiratet werden, was aber nicht möglich war, da Hans nicht im Krieg gefallen, sondern bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.
Meine Oma und Pflegemutter Marie Probst starb im April 2004 an Alzheimer Demenz. Ich besuche ab und zu die Unglücksstelle.

Text und Foto: Danke an Herrn Richard Probst.
April 2016

 

Hans Dörzbacher

der hölzerne Turm auf der Rauhen Wanne

Turmbau

Turmbau - heutige Station

 

...der hölzerne Aussichtsturm, diente zur Landesvermessung bis zum Unglück 1939,

- nach der Instandsetzung erinnerte er bis 1972 als Fliegerdenkmal an das Unglück (auf der Spitze ein Doppeldecker-Modell).

Karl Gerstenmeyr  (1853-1928), Zimmermeister in Nördlingen, baute den Holz-Aussichtsturm der Rauhen Wanne in Bollstadt. Die heutige Beck´sche Druckerei war die Zimmerei und weil der Platz zum Aufrichten der Dachstühle in der Innenstadt zu klein war, baute er das Haus
in der Augsburger Straße. Da gab es dann einen großen Garten zum Aufrichten.

Zum Unglück:

Eine dreimotorige Junkers Maschine JU 52, solche sind übrigens heute noch in der Schweiz im Einsatz, war am 29. April 1939 auf dem Flug von Ansbach nach Gablingen. Bei dichtem Nebel am Vormittag streifte die Maschine wegen eines Defektes am Höhenmesser die Baumwipfel und raste mitten durch den hölzernen Aussichtsturm, der zur Landesvermessung diente. Das Flugzeug ging in Flammen auf und der Turm brannte an ohne aber einzustürzen. Zwei Offiziere und drei Unteroffiziere fanden dabei den Tod, der Funker und der Pilot überlebten schwerverletzt. Die Wrackteile lagen weit verstreut in den Wäldern um Bollstadt und Hohenaltheim. Der Arzt aus Amerdingen und die Freiwillige Feuerwehr Bollstadt waren als erste am Einsatzort. Es führte kein Weg zum Unglücksort und deshalb wurden die Verletzten nach Bollstadt in die Poststelle getragen und von dort in das Krankenhaus weitertransportiert. Die FFW Bollstadt stellte auch für zwei Tage die Wachmannschaft.
Die nächsten Tage landete dann auf einer Wiese nahe der Unglücksstelle ebenfalls eine JU 52 mit weiteren
Offizieren. Beim Anrollen sank die Maschine immer weiter in dem weichen Boden ein.
Für die Menschen aus den umliegenden Gemeinden war das natürlich sehenswert. Mit einem Wagenseil und Ketten versuchten so ca. 200 Leute das versunkene Flugzeug herauszuziehen, das Seil brach
und die ganze Horte fiel zu Boden. Nachdem mehrmals geknüpft und angestückelt war schafften es die Leute doch noch das Flugzeug herauszuziehen  und es konnte dann auch wieder starten.
Die zwei Verletzten aus dem Raum Augsburg kamen dann nochmals nach fünf Wochen mit noch
verbundenen Wunden zur Unfallstelle zurück um sich ein Bild von dem Schreckensort zu machen
und  kehrten dabei auch in der Gastwirtschaft Schildenberger in Bollstadt ein.

(E.B., Augenzeuge u. J.Sch.)

Flugzeugabsturz 1939

Flugzeugabsturz 1939

(3 Fotos wurden freundlicherweise von  G.Besel zur Verfügung gestellt )


 

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